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Neues auf Linie 305


WAZ
(Aus dem Kreis) 29. September 1982

In der Nacht von Sonntag auf Montag:

Letzte Fahrt der “305” beendet Ära der Bahnen

81jährige Geschichte endet ganz nach Fahrplan

(stein) Am Sonntag wird mit einem Tag der offenen Tür der neue zentrale Betriebshof der Vestischen Straßenbahnen im Hertener Stadtteil Scherlebeck, am Rand der Stadt, der Öffentlichkeit vorgestellt. Große und kleine Bürger aus dem gesamten Kreis können sich den nach modernsten Gesichtspunkten geplanten Komplex ansehen. Ein breites Programm mit vielen Überraschungen ist vorbereitet, um in gebührendem Rahmen ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte der “Vestischen" zu feiern. Straßenbahnen werden im neuen Betriebshof nicht mehr zu finden sein; mit diesem Tag ist der Betrieb der Gesellschaft ausschließlich auf Omnibusse umgestellt. Wesentlich stiller soll ein paar Stunden später die andere Seite dieses Ereignisses über die Bühne gehen. Fahrplanmäßig fährt in der Nacht von Sonntag auf Montag die letzte Linie 305 in den Betriebshof Recklinghausen ein; damit ist das Schienen-Zeitalter bei den Vestischen Straßenbahnen beendet. 81 Jahre der Gesellschaftsgeschichte haben damit ein - zumindest vorläufiges - Ende gefunden.

WAZ Recklinghausen 29. September 1982 Letze Fahrt der 305
EIN PAAR TAGE NOCH fährt die Linie 305 per Schiene von Recklinghausen nach Herne (das Archivbild zeigt die Bahn vor dem Bergwerk General Blumenthal). In der Nacht von Sonntag auf Montag rollt der Wagen zum letztenmal in das Recklinghäuser Depot. Mit Fahrplanende ist auch die Ära der Schienenfahrzeuge bei den Vestischen Straßenbahnen abgelaufen. waz-Bild
















Schon im Jahr 1888 setzte ein Privatunternehmer viermal täglich einen Pferdeomnibus zwischen Recklinghausen und Herten ein. Bis 1900 war das Fahrgastaufkommen zwischen Recklinghausen und Wanne dermaßen angestiegen, daß der Omnibusdienst mit zehn Fahrten am Tag lief. Auf Initiative des Landkreises kam es nach Vorverhandlungen 1899 zu einem Gesellschaftsvertrag, der die Beteiligung des interessierten Kommunalverbände an der Finanzierung der geplanten Straßenbahnverbindung Recklinghausen - Herten - Wanne regelte. Herten wurde - und ist bis heute - Sitz der neuen Gesellschaft.

Im Mai 1901 konnte die 12,8 Kilometer lange Straßenbahnlinie von Recklinghausen bis Wanne in Betrieb genommen werden. Im November 1903 faßte die Straßenbahn RE, Herten, Wanne den Beschluß, eine Vereinigung mit der Straßenbahn Herne-Baukau, RE anzustreben. Diese Linie, die heutige 305, gehörte zu den rentabelsten im Ruhrgebiet und war für die Gesellschaft, die wenig Interesse an einer Vereinigung zeigte, eine wahre Goldgrube.

In den Folgejahren wurden im Bereich des heutigen Betriebsgebietes der Vestischen zahlreiche Straßenbahnstrecken gebaut. Der Landkreis ergriff die Initiative zur Gründung nur einer Gesellschaft und so entstand am 25. Mai 1915 die „Vestische Kleinbahnen GmbH", die sich seit 1940 Vestische Straßenbahnen GmbH nennt.

WAZ Recklinghausen 29. September 1982 Ein Bild aus längst vergangenen Tagen
EIN BILD AUS LÄNGST VERGANGENEN TAGEN: Die “Elektrische” vor einer (inzwischen ebenfalls verschwundenen) Gaststätte in Recklinghausen-Hochlar. In wenigen Tagen schlägt auch die letzte Stunde der Straßenbahnen bei der „Vestischen".
waz
-Blld












Die Anfänge des Omnibusbetriebes, der künftig wegen wirtschaftlicher, Überlegungen ausschließlich aktuell ist, reichen bis in das Jahr 1920 Zurück. Von nur zwei Strecken wuchs das Netz bis 1931 auf fast 123 Kilometeran. 1950 hatte das Streckennetz der Straßenbahnen mit 21 Linien und 190 Kilometer Gleislänge die größte Ausdehnung erreicht. Der Abbau begann zwei Jahre später mit der stetig steigenden Motorisierung. Immer mehr Fahrgäste stiegen von der Straßenbahn auf den eigenen Pkw um.

Aus diesem und vielen anderen Gründen beschloß der Aufsichtsrat der Vestischen am 10. November 1976 die vollständige Umstellung von Straßenbahn- auf Omnibusbetrieb. Nach und nach wurden Straßenbahnlinien eingestellt, und mit dem kommenden Sonntag ist dieser Prozeß abgeschlossen. Die „305" fährt zum letzten Mal: danach bildet der Omnibus „205" die Verbindung zwischen Recklinghausen und Herne.


Mit freundlicher Genehmigung der WAZ im Vest Recklinghausen


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